EVERYTHING BEGINS TO FLOAT
Fotografie

Die Galerie eröffnet wieder am 14. April 2026 mit der neuen Ausstellung.
Die Galerie eröffnet wieder am 14. April 2026 mit der neuen Ausstellung.

Tamas Dezső
EVERYTHING BEGINS TO FLOAT

»Alles beginnt zu schweben / Everything begins to float«, sagt eine Romanfigur von Jean-Paul Sartre, als sie erkennt, dass sie nicht im Mittelpunkt der Welt steht, sondern umgeben ist von einer »gleichgültigen« Vielzahl an Erscheinungsformen der Natur. Ein Schockmoment der Philosophiegeschichte: Der Mensch, die Krone der Schöpfung, ist gerade dabei, seine eigenen Lebensgrundlagen und die vieler Arten zu zerstören. Nach einem erdzeitlichen Wimpernschlag droht unsere Spezies wieder zu verlöschen, wie derzeit etwa 150 Tiere und Pflanzen pro Tag. Und niemand wird da sein, der sich an sie erinnert, während der komplexe, resiliente Organismus der Erde sich weiterentwickeln wird.

Die Bilder von Tamas Dezső sind visuelle Reflexionen der Bedeutung des Menschen im Universum, von seinem Status zwischen Tieren und Steinen, zwischen lebendigen und toten Entitäten. Sein Blick fällt dabei auf die Welt der Pflanzen. »Das stimmlose, nicht erzählende, kaum wahrnehmbare Sein der Pflanzen«, wie er sagt, »unbeweglich und gestreut durch die Zeit.«

Das Zentrum seiner Arbeit für INN SITU bilden vier Diptychen. Menschengroße Aufnahmen alpiner Waldböden in der Region Tirol/Vorarlberg, fotografiert im Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Ihre Darstellung verändert er so einfach wie radikal. Seine Bilder sind als Farbnegative belichtet. Diese Werke fordern uns zu einer visuellen Rückübersetzung auf und zum Überdenken der Wahrnehmung unserer Lebensumwelt. Sie sind Werkzeuge des Nachdenkens über unser Mitsein im Organismus des Planeten und über die Konsequenzen unseres Handelns. Geprägt vom jahrhundertelangen Selbstverständnis des Getrenntseins vom Ganzen.

Tamas Dezső (*1978)

Tamas Dezsö

©Andreas Moser

Seine Arbeiten werden weltweit ausgestellt, unter anderem im Robert Capa Contemporary Photography Center in Budapest, im Museum of Contemporary Art Shanghai, im Foam Fotografiemuseum Amsterdam oder auf der Helsinki Photography Biennial. Seine Fotografien wurden in GEO, Wired, im National Geographic oder im Time Magazine veröffentlicht. Tamas Dezső wurde zweimal für den Prix Pictet nominiert. Der Künstler lebt und arbeitet in Budapest.

 

 

ABOVE THE RIVER AND UNDER THE SKY
Musik

Trio Peter Madsen (Piano), Adrian Mears (Posaune / Didgeridoo), Claudio Spieler (Percussion)

Wie immer bei INN SITU, das eigens entwickelte Konzertformat in Resonanz auf die Ausstellung: Diesen Schwerpunkt gestaltet der viele Jahre in Vorarlberg wirkende und lehrende Pianist Peter Madsen.

Peter Madsen

Der heute in Toronto lebende Pianist gehört zu den einflussreichsten Musikerpersönlichkeiten in Vorarlberg. Er unterrichtete etwa 20 Jahre am Jazzseminar Dornbirn. Sein heute bekanntester Schüler ist David Helbock. In
Vorarlberg gründete er das Collective of Improvising Artists (CIA) und entwickelte Serien wie etwa seine Live-Stummfilm-Soundtracks. Peter tourte und tourt durch die ganze Welt, u. a. mit Stan Getz, Mario Pavone oder Kiyoto Fujiwara. Er hat bereits über 140 Alben veröffentlicht und mehr als 500 Kompositionen geschrieben.

Für dieses Projekt entwickelte der aus New York stammende Musiker ein besonderes Format: Ausgewählte Bilder der Ausstellung werden in den Konzertsaal projiziert. Jeder der drei Musiker spielt zu zwei Aufnahmen jeweils ein Solo, auf das die anderen beiden mit Improvisationen reagieren. Dabei geben die beiden zentralen Elemente der Arbeiten von Maciej Markowicz die musikalische Auseinandersetzung vor: die Brücke als Standpunkt, das Wasser in kontinuierlichem Fluss.

Adrian Mears

Er wurde als bester australischer Posaunist und seine Band als beste australische Jazzgruppe ausgezeichnet. Er komponiert für diverse Jazzensembles, klassisches Blechbläser-Ensemble, Kammerorchester und Chöre sowie für Dokumentarfilme. Adrian arbeitete mit Legenden wie McCoy Tyner, Klaus Doldinger, Kenny Wheeler, Carla Bley oder Steve Swallow zusammen. Von 2000 bis 2009 war er Mitglied des Vienna Art Orchestra. Neben Konzertauftritten mit dem Adrian Mears Electric Trio ist er Professor am Jazzcampus Basel.

Claudio Spieler

©Salar Baygan

Er studierte klassisches Schlagwerk in Österreich, von 2004 bis 2012 war er Meisterschüler von Hakim Ludin. Heute reicht Claudios stilistische Vielfalt von südindischer Musik und Flamenco bis hin zu afrokubanischer Musik, Jazz, Pop und isländischem Folk. Mit seinen aktuellen Formationen wie etwa Austrian Syndicate, Tevana oder Groovetrotters spielt er Konzerte und Tourneen auf internationalen Bühnen, u. a. beim Reykjavik Jazz Festival, bei der Flamenco Biënnale Nederland, beim Schleswig-Holstein Musik Festival oder im Wiener Konzerthaus.

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