Besucherinfo

Andrea Botto


LANDSCHAFT ALS PERFORMANCE. Die Ausstellung


Bis 21. Jänner 2023


Andrea Botto, der Künstler des neunten INN SITU Schwerpunkts, beschäftigt sich mit dem Fotografieren von Explosionen. Für INN SITU setzt er seine Werkserie in Tirol, Vorarlberg und Südtirol fort.

Seit vielen Jahren legt Andrea Botto den Fokus auf das Fotografieren von Explosionen im zivilen Bereich z. B. Sprengungen in Tunneln, von Gebäuden, Brücken, Stadtlandschaften oder bei traditionellen Festen. Alle seine Fotografien zeigen einmalige und überwältigende Momente, die fast augenblicklich wieder vorbei sind und die einmal in Gang gesetzt, nicht mehr aufzuhalten sind.

 

Raum 1


Welche Vorbereitungen sind notwendig, damit eine Sprengung ausgeführt werden kann? Andrea Botto zeigt, dass seine Arbeiten kein Zufall sind, sondern das Ergebnis präziser Vorbereitung und Umsetzung. In diesem Raum finden Sie daher das zentrale Werkzeug für eine Sprengung – die Zündmaschine.

Gegenüber finden Sie eine Reihe von Schwarz-Weiß-Fotografien, die eine Dokumentation der Vorbereitungsarbeiten, Werkzeuge und Sprengstoffe zeigen. In einigen Fotografien ist der Künstler selbst zu sehen.

Im Zuge der 20-minütigen Projektion werden Sie Zeug*in von Explosionen. Hören Sie gerne genauer hin. Haben Sie die Verzögerung zwischen dem, was Sie sehen und dem, was Sie hören, bemerkt?

Underground Blast #01: In diesem Werk hält Andrea Botto, ein prozesshaftes Ereignis fotografisch fest. Es zeigt den Moment vor der Explosion im Brenner Basistunnel. Bei den leuchtenden Kabeln handelt es sich um Stoßwellen-Sicherungskabel. Sie sorgen dafür, dass eine Explosion kontrolliert abläuft.

 

Raum 2


Underground Blast #06 (beim Kubus): Das Werk entstand in Miniera San Romedio, Trentino, Italien. Der unterirdische Steinbruch erstreckt sich auf 80 Hektar über mehrere Gemeinden. Faszinierend sind die geschleuderten Gesteinsbrocken, die zu sehen sind, und der aufgewirbelte graue Staub.

#72, Silvretta Montafon: Das Werk dokumentiert den Test eines Sprengstoffs für Lawinensprengungen im Vorarlberger Skigebiet.

#21 Firenze: Hier sehen Sie eine mehr als 350 Jahre alte Ostersonntagstradition in Florenz mit dem Namen „Scoppio del Carro (die Explosion des Karrens/Wagens). Aus der Kirche heraus wird eine Rakete geschossen, die einen Karren mit Feuerwerkskörpern entzündet. Wenn Sie genauer hinsehen, können Sie rechts im Bild noch die Rauchspur der Rakete zwischen Dom und Karren entdecken.

Das Tirol Panorama #08: Das Werk zeigt einen fotografischen Ausschnitt aus dem gemalten Riesenrundgemälde am Bergisel. Der Fokus liegt auf einem Granateneinschlag am untersten Ast eines Baumes.

Underground Blast #03: Hier handelt es sich um das erste jemals gemachte Foto von Andrea Botto einer unterirdischen Explosion. Dank eines komplexen Systems, das er mit Sprengstoffexperten und Technikern entwickelt hat, war es für ihn möglich, diese faszinierende Aufnahme zu machen. Zum Schutz seiner Kamera kreierte er einen speziellen Betonunterstand. Zudem benötigte er eine spezielle Ausstattung, um seinen Fotoapparat mit einem der Zünder zu verbinden und so die Verschlussverzögerungen zu bestimmen. Denn die Differenz von Sekundenbruchteilen macht den Unterschied – die Explosion wird erst sichtbar, wenn sie bereits erfolgt ist.

#70 Silvretta Montafon: Diese Fotografie zeigt eine künstliche Lawinensprengung durch eine Handwurfladung im Skigebiet der Silvretta Montafon.

Das Tirol Panorama #06: Dieses Werk zeigt das Riesenrundgemälde in seinem Kontext. Die Stelle des Granateneinschlags, die im Bild "Das Tirol Panorama #08“ zu erkennen ist, finden Sie links in der Fotografie zwischen den zwei Glasplatten. Im Vordergrund sitzt eine junge Frau. Ihre Bewegung könnte als instinktive Reaktion auf das Geschehen im Bild interpretiert werden.

#67 Morandi Bridge: Die Bilder der eingestürzten Brücke in Genua sind im August 2018 um die Welt gegangen. Der Abriss der Brücke, also die kontrollierte Sprengung, wurde im Juni 2019 live im Fernsehen übertragen. Andrea Botto dokumentiert den historischen Moment, in dem die duzenden Sprengsätze bereits detoniert sind und die Fahrbahnen gerade einstürzen. Was auf dem Bild wie Rauch wirkt sind Wasserfontänen, die angebracht wurden, um den Staub zu binden, damit er nicht in die Stadt hineingeblasen wird.

 

Gang


Privatsammlung von Andrea Botto: Die Fotos vermitteln einen Eindruck, was Explosionen sein können und dokumentieren u. a. das Verhalten von Zuseher*innen während sich brisante Szenen abspielen.

 

Über Andrea Botto



  • Geboren 1973 in Rapallo, Ligurien

  • Er beschäftigt sich seit 2008 mit der Fotografie von Explosionen.

  • Der Künstler hat bereits in verschiedenen internationalen Museen ausgestellt darunter u.a. die Bundeskunsthalle Bonn, das Fotomuseum Winterthur, das MoCA Shanghai sowie das Benaki Museum in Athen.

  • Seine Projekte wurden mit diversen Stipendien und Preisen gewürdigt. Seine Publikation »KA-BOOM. The Explosion of Landscape«(Éditions Bessard, Paris, 2017) kam auf die Shortlist für den Photo–Text Book Award von Les Rencontres d’Arles.


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